Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr
Von Weinbergen geprägte Albiger Landschaft

„Rheinhessen Tag für Tag“ – „Verborgene Orte eröffnen ihre Pforten“

Führungen der „Volontäre für Albig“, Samstag, 7. Oktober, ab dem Albiger Dorfplatz/Feuerwehrhaus zur alten Sumbornquelle

Albig gt.- Auch in diesem Jahr beteiligen sich die Albiger als überzeugte Rheinhessen, an der 2017 weiter geführten, erfolgreichen und identitätsstiftenden Aktion „Rheinhessen Tag für Tag“. Passend zum Motto hat Ortsbürgermeister Günther Trautwein als „ideal typischen“ verborgenen Ort, die fast vergessene alte Quelle auf dem Sumborn oberhalb der römischen „villa rustica“ ausgewählt und im Veranstaltungsprogramm angemeldet. Um die Gemeinde dabei erfolgreich zu positionieren, braucht es tatkräftige Mitstreiter, die Ortsbürgermeister Trautwein sehr schnell mit den „Volontären für Albig“ gewinnen konnte.

Da sich die Quelle, das angegliederte 41 Kubikmeter fassende Wasserreservoir und die Außenanlagen in einem nicht präsentablen Zustand befanden, säuberten die „Volontäre“ in sieben Arbeitseinsätzen das Gelände, befreiten die Brunnenstube von umfangreichem Wurzeleinwuchs und recherchierten die Funktion des ältesten und noch funktionsfähigen Teils der ehemaligen Trinkwasserversorgung der Gemeinde Albig. Da Planunterlagen nicht mehr vorhanden sind, haben die beiden „Volontäre“ Karl Dieter Barbig und Architekt Gilles Bultel die Anlage bei den Arbeiten neu vermessen und eine Dokumentation erstellt. 

In vielen schriftlichen Ausarbeitungen wird die sehr alte, jetzt vorgestellte Sumbornquelle erwähnt und gewürdigt. So im von Dr. Joachim Schmitt bearbeiteten Weistum, in einem Bericht von Hermann Schollenberger in der Festschrift des Turnvereins von 1970 und insbesondere in den Alzeyer Geschichtsblättern, Sonderheft 21, Udo Jakob (2008): Geologie der Gemarkung Albig - Ein Beitrag zur Natur- und Ortskunde Rheinhessens. Im Weistum von 1577/91 wird die Quelle erstmals mit folgendem Text erwähnt: „ ..der dritte Brunnen vor der untersten Pforte, so vom Somborner Berg herab fließt“.

Hermann Schollenberger kam 1970 zu dem Schluß, dass das sog. „Schloß „Hammerstein“ aufgrund von Bodenfunden einwandfrei als römischer Gutshof, einer „villa rustica“ zu identifizieren sei.  „Die Reste dieses Gutshofes liegen dicht unterhalb der Quelle am Sumborn, die noch heute (1970) unserer Gemeinde, wie sicher die villa rustica am Hammerstein, zu einem Großteil mit Wasser versorgt.

Hoch interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Karl Theo und Joachim Geyer während der Flurbereinigung im Gebiet der „Villa rustica“ tönerne Deicheln geborgen und jetzt an die Gemeinde übergeben haben. Die Deicheln werden am 7. Oktober gezeigt.

Schollenberger und Udo Jakob verweisen in ihren Arbeiten auch auf einen Beschluss des Gemeinderates aus dem Jahr 1794. Damals wurde der Austausch des maroden Zulaufs der Sumbornquelle zum unteren Brunnen gegen neue hölzerne und irdene Deicheln  an zwei Finther Brunnenmacher „veraccordiert“.

1963 wurde die Sumbornquelle wegen der saisonal schwankenden Schüttung, der hohen Härtegrade des Wassers, der hohen Nitratbelastung und nach dem erfolgten Bau eines neuen Wasserreservoirs von der Trinkwasserversorgung endgültig abgekoppelt, fiel in einen Dornröschenschlaf und wurde vergessen.  Heute speist sie lediglich noch den 1985 errichteten Laufbrunnen auf dem Riegelplatz. 

Wasserquelle am Sumborn

Am Samstag, 7. Oktober stellen die „Volontäre für Albig“ die alte Sumbornquelle der Öffentlichkeit vor.

  • Führungen finden jeweils zur vollen Stunde von 13 Uhr bis 16 Uhr statt. Eine letzte Führung beginnt um 16.30 Uhr.
  • Bei einem Umtrunk an der Quelle erhalten die Gäste auch viele weitere Einblicke in die Ortsgeschichte.
  • Treffpunkt zu den Führungen ist am Dorfplatz/Feuerwehrhaus in der Albiger Langgasse.
  • Ansprechpartner für die Anmeldung von Gruppen ist Ortsbürgermeister Günther Trautwein; Telefon: 0171 2213742
Bernhard Dehé bei der Arbeit
Da keine Planunterlagen vorhanden waren, wurde die Sumbornquelle und das Wasserreservoir von den „Volontäeren“ Barbig und Bultel neu vermessen und dokumentiert.

Die Brunnenstube musste intensiv gereinigt und von Wurzeleinwuchs befreit werden. Unser Foto zeigt Bernhard  Dehé bei der Arbeit.

Die „Volontäre für Albig“ haben in sieben Arbeitseinsätzen die alte Sumbornquelle gereinigt und das Gelände gesäubert.

Die „Volontäre für Albig“ haben in sieben Arbeitseinsätzen die alte Sumbornquelle gereinigt und das Gelände gesäubert. Dafür haben sie 315 Stunden ehrenamtliche Arbeit für die Gemeinde und die Aktion „Rheinhessen Tag für Tag“ geleistet.


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